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Geplante Projekte

Identifizierung und Förderung von talentierten Auszubildenden

Das Projekt zur Förderung besonders talentierter Auszubildender verfolgt als Ziel die Begabungsentfaltung im Ausbildungsberuf bis in den Hochleistungsbereich. Das theoretische Rahmenkonzept für dieses Projekt wurde von Frau Prof. Dr. Röhr-Sendlmeier, Direktorin am Psychologischen Institut der Universität Bonn, und Psychologen des HBZ entwickelte.

Im Rahmen der Identifikation sollen mit speziellen Methoden Auszubildende mit einer besonderen beruflichen Begabung ausgewählt (Identifikation) und entsprechend ihres Talents gefördert werden, um bei ihnen eine berufsbezogene Expertise anzubahnen, die Sie zu Höchstleistungen im Beruf befähigt.

Besondere Bedeutung kommt im Rahmen dieses Projekts dem Zusammenspiel von Unternehmen, Ausbildungs- und Arbeitsplatz sowie Persönlichkeitsmerkmalen des Auszubildenden zu. Wichtige Bestandteile sind die  Diagnostik von Kompetenzen, fachbezogene Kompetenzerweiterung durch Experten und ein Training der Auszubildenen zu Selbstreguliertem Lernen und Leistungsmotivation durch Diplompsychologen des Hoch-Begabten-Zentrums.

Weitere Informationen können Sie der Projektkurzbeschreibung entnehmen.

Projektkurzbeschreibung_Azubiprojekt.pdf

127 K

Schülermentorenprojekt

Im familiären und schulischen Bereich stellen defizitäre Aspekte im Arbeitsverhalten ein vieldiskutiertes Thema dar. Ein unstrukturiertes Lernverhalten kann sich unabhängig von der eigentlichen Begabung eines Schülers negativ auf die schulischen Leistungen auswirken. Familien berichten in diesem Zusammenhang häufig von Hausaufgaben, die entweder nicht erledigt oder unnötig in die Länge gezogen werden. Nicht selten beeinträchtigen die täglichen Auseinandersetzungen das familiäre Klima erheblich. Oftmals sollen an dieser Stelle Trainings zur Vermittlung von Lernstrategien Abhilfe schaffen. Teilweise greifen diese jedoch zu kurz, da lediglich einzelne Teilaspekte der eigentlichen Problematik angesprochen werden. In der Regel gilt es motivationale, emotionale, lerngeschichtliche als auch kognitive Prozesse ganzheitlich zu berücksichtigen, um langfristig Veränderungen im Verhalten bewirken zu können.

Als unterstützendes Glied kann an dieser Stelle die Person des/der Schülermentors/in eingeführt werden. Je nach Bedarf können zwischen Mentor/in und Schüler/in ein bis zwei Treffen in der Woche vereinbart werden. Der/die Schülermentor/in stellt im Rahmen dieses Modells keine/n klassische/n Nachhilfelehrer/in dar. Zwar ist es sinnvoll, die Treffen zur Aufarbeitung schulischer Defizite zu nutzen, im Vordergrund steht jedoch die implizite Vermittlung von Arbeitstechniken. Der/die Schüler/in hat die Möglichkeit bestimmte Strategien am direkten Modell zu erlernen: z.B. können die Durchführung der Hausaufgaben bzw. Klausurvorbereitungen gemeinsam erarbeitet und besprochen werden. Der/die Schülermentor/in fungiert damit als zusätzlicher Ansprechpartner/in für schulische Belange außerhalb des Elternhauses. Aufgrund der individuellen Betreuung hat der/die zu betreuende Schüler/in zusätzlich die Möglichkeit schulspezifische Ängste und Sorgen zu äußern. Mit Angst behaftete Aufgaben, wie z.B. das Vortragen eines Referates, können im kleinen Kreis eingeübt werden. Damit verlagert sich zumindest ein gewisser Teil, der in der Familie diskutierten Themen auf den schulischen Bereich und kann zu einer Entspannung im familiären Umfeld führen. Dies kann wiederum genutzt werden, um festgefahrene Rollen und Muster zu reflektieren und zu modifizieren.

Das Schülermentorenprojekt des Hoch-Begabten-Zentrums (HBZ) ist ein Angebot, das sich an weiterführende Schulen richtet. Im Fokus steht die Förderung motivationaler und kognitiver Regulationsprozesse von Schülerinnen und Schülern mit defizitärem Arbeitsverhalten. Dazu erhalten Schüler/innen der gymnasialen Oberstufe die Möglichkeit, sich von Diplom-PsychologInnen des HBZ zu einem/er „Schülermentor/in“ ausbilden zu lassen. Die Ausbildung enthält zum einen theoretisches Fachwissen zu motivations- und lerntheoretischen Aspekten und zum anderen praxisrelevante Anleitungen zur Gestaltung von Trainingseinheiten mit zu betreuenden Schülern. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmer/innen ein vom Hoch-Begabten-Zentrum ausgestelltes Zertifikat. Ergänzt wird dieses Ausbildungspaket durch eine entsprechende Fortbildungsveranstaltung für die Lehrer des entsprechenden Gymnasiums zum Thema „Begabungen erkennen und fördern“. 

Kurse in Köln

Das Hoch-Begabten-Zentrum (HBZ) hat eine Expertengruppe von Erzieherinnen, Grundschul-, Gymnasial- und Hochschullehrkräften gewinnen können, um in gemeinsamer Arbeit ein Kursangebot zur Förderung besonders begabter Vor- und Grundschulkinder sowie SchülerInnen der Erprobungsstufe des Gymnasiums zu entwickeln, um sie in ihrer Begabungsentfaltung und Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Dabei geht es vor allem darum, die Lernbedürfnisse und Interessen der einzelnen Kinder zu berücksichtigen. Dementsprechend gibt es drei Förderschwerpunkte: Mathematik, Naturwissenschaften und Chinesisch. Die Förderung folgt dem Enrichment-Gedanken, das heißt, es werden Lernmöglichkeiten angeboten, die die schulischen Inhalte vertiefen oder ergänzen.

Grundlage des Kursangebots ist die Anregung des intellektuellen Potenzials der begabten Kinder. Die Kurse sollen den Wissensdurst dieser Kinder befriedigen helfen und ihre Leistungsmotivation herausfordern. Hauptziel der Kurse ist die Unterstützung der Begabungsentfaltung und Persönlichkeitsentwicklung. Im Mittelpunkt der systematischen Förderung steht die Berücksichtigung der für hochbegabte Individuen typischen Lernbedürfnisse sowie deren Interessen. Die moderne Hochbegabtenforschung verweist auf die Notwendigkeit, höhere Denkprozesse i.S. der Bloom´schen Taxonomie wie Analyse, Synthese und Evaluation zu fördern, um zu einer nachhaltig wirksamen Hochbegabtenförderung zu kommen.

Deshalb basiert das Konzept des HBZ auf der Förderung dieser höheren Denkprozesse, um eine signifikante Verbesserung der intellektuellen Leistungsfähigkeit bei hochbegabten Kindern zu erreichen. Auch hochbegabte Kinder müssen sich zwar Wissen aneignen und dieses angemessen reproduzieren können, aber zu hohen geistigen Leistungen sind sie nur in der Lage, wenn darüber hinaus komplexere Denkprozesse curricular über einen längeren Zeitraum angeregt werden.

In diesem Zusammenhang ist es von Interesse, dass dieser Ansatz auch die Grundlage der Bildungsstandards für das deutsche Schulsystem bildet. Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (Humboldt-Universität Berlin) ist mit der Weiterentwicklung, Operationalisierung, Normierung und Überprüfung der Bildungsstandards betraut.